LCH mit eigenem Stand an der Swissdidac 2023 & Preis­verleihung Richard-Beglinger-Preis

Text: Claudia Baumberger & Marcello Weber, Fotos: Jana Leu & Marcello Weber

LCH ist mit eigenem Stand und vielen gut beachteten Angeboten vertreten. Als ein Höhepunkt konnte die Fachkommission Berufliche Orientierung schon zum zweiten Mal den Richard-Beglinger-Preis verleihen: Den Hauptpreis 2023 für das Siegerprojekt erhielt das Lernhaus «tipiti» in Wil SG, der Anerkennungspreis ging an das Projekt «Klassengastro, Schulklasse meets Restaurant»

Gut besuchter Treffpunkt

Die Schule wird digitaler. Um diese Erkenntnis kommt niemand herum, der zwischen dem 21. und 23. November die Bildungsmesse Swissdidac auf dem Gelände der Bernexpo besuchte. Der schweizweit grösste Markt für alles, was mit Schule und Lernen zu tun hat, zog in den drei Tagen rund 7800 Besucherinnen und Besucher an. Dies teilte die Messeleitung nach Abschluss der Messe mit. Das bedeutet eine leichte Erhöhung der Zahlen nach der Durchführung vor zwei Jahren, die während der Coronapandemie stattgefunden hatte. Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) war erneut mit dabei.

Der LCH-Stand an der Swissdidac wurde als Treffpunkt für einen gemütlichen Schwatz geschätzt.

Der gut erreichbare Stand des LCH war auch dieses Jahr wieder ein beliebter Ort für den Austausch oder die kleine Pause mit Kaffee und Gipfeli. Wer wollte, suchte das Gespräch mit Funktionärinnen und Funktionären des LCH. Diese Gelegenheit bietet sich sonst nicht allzu oft. Zum Angebot gehörten neben dem Kaffeebetrieb zudem kostenlose Workshops zu verschiedenen Themen, ein Büchertisch des Verlags LCH, ein Informationsstand zum überarbeiteten Handbuch Krisenkompass sowie eine kleine Ausstellung mit acht Kurzvideos von Präsidentinnen und Präsidenten des LCH und kantonaler Berufsverbände.

Ruth Sprecher, Präsidentin der FK BO LCH, moderierte die Richard-Beglinger-Preisvergabe 2023.

Support für Jugendliche mit Start­schwierig­keiten

Mit dem Richard-Beglinger-Preis werden Projekte mit besonderen Verdiensten beim Übergang von der Schule ins Berufsleben ausgezeichnet. Als Gewinner des Hauptpreises erkor die Jury das Lernhaus «tipiti» in Wil SG. Die 2006 gegründete Sonderschule wird vom Verein Tipiti geführt, Träger von insgesamt sieben Schulen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden.

Das Oberstufenzentrum Wil, wie das Lernhaus auf der Website genannt wird, nimmt Schülerinnen und Schüler auf, die eine besondere Vorbereitung in der Berufswahl benötigen. Bereits während der Schulzeit baut es starke Beziehungen auf, die auch während der beruflichen Grundbildung aufrechterhalten bleiben. Die Institution hilft nach Lehrabbrüchen, bei Suchtproblemen, Mutterschaft in der Ausbildung, als Hausaufgabenhilfe, bei der Prüfungsvorbereitung oder beim Formulieren von Briefen.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus den in den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen. Stephan Herzer nahm den Preis für die Sonderschule zusammen mit Damaris Diethelm und Helena Kappich entgegen. «In den 16 Jahren, in denen es die Schule gibt, konnten knapp 100 Jugendliche begleitet werden, rund 85 Prozent davon haben den Einstieg ins Berufsleben geschafft», sagte er in seiner Dankesrede.

Stephan Harzer vom Lernhaus «tipiti» in Wil SG bedankt sich für den Hauptpreis.

«In den 16 Jahren, in denen es die Schule gibt, konnten knapp 100 Jugendliche begleitet werden, rund 85 Prozent davon haben den Einstieg ins Berufsleben geschafft»

Stephan Harzer vom Lernhaus «tipiti» in Wil SG
Stephan Herzer nahm den Preis für die Sonderschule zusammen mit Damaris Diethelm und Helena Kappich entgegen.

… und ein Gala-Dinner für die Eltern

Neben dem Hauptpreis (8000 Franken) vergab die Jury auch einen Innovationspreis (2000 Franken). Er wurde einem Projekt des bernischen Branchenverbands Gastrobern zugesprochen. Dieser bringt Schulklassen mit Gastrobetrieben zusammen. Die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler bereiten zusammen mit den Profis des Betriebs ein mehrgängiges Abendessen für Eltern und befreundete Personen durch. Sie lernen dabei die verschiedenen Berufe im Gastronomiebereich kennen.

Die Gewinnerin des Hauptpreises von vor zwei Jahren, Jennifer Wandfluh, gab einen Einblick in die nachhaltige Weiterführung ihres Projektes mit dem RBP-Preisgeld.
Die Projektleitung des bernischen Branchenverbands Gastrobern um Christopher Risse durfte den Innovationspreis entgegennehmen.